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Filmplakat von Funny Birds

Funny Birds

93 min | Drama, Komödie | FSK 12
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Drei Frauen, drei Generationen, drei verschiedene Lebensentwürfe – Charlie (Morgan Saylor) kehrt auf den Bio-Hühnerhof ihrer Mutter Laura (Andrea Riseborough) zurück, um diese zu unterstützen. Es ist nicht leicht für sie, sich um ihre kranke Mutter zu kümmern, den Hof am Laufen zu halten und ihrem Studium des Finanzwesens nachzugehen, das so gar nicht der Lebensphilosophie ihrer Mutter entspricht. Als schließlich auch noch Lauras exzentrische und leidenschaftlich-feministische Mutter Solange (Catherine Deneuve) nach längerer Abwesenheit auf dem heimischen Anwesen auftaucht, stellt das die drei Frauen vor einige Herausforderungen. Können es die drei Frauen schaffen, trotz ihrer unterschiedlichen Lebensentwürfe und im Angesicht eines Vogelgrippeausbruchs den Hof zu erhalten und miteinander zu leben?

Vorstellungen

Traumpalast Leonberg
Traumpalast Leonberg
Neue Ramtelstraße 2
71229 Leonberg (Württemberg)
Das Lumen Filmtheater Düren
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Fritz-Erler-Straße 21
52349 Düren
Traumpalast Esslingen
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HALL OF FAME Osnabrück
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Das Lumen Filmtheater Solingen
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Traumpalast Schorndorf
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Traumpalast Waiblingen
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Colosseum Center Kempten
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Cineworld Lünen
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Im Hagen 3
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Filmkritik

Als Charlie (Morgan Saylor) auf den Bio-Eierhof ihrer krebskranken Mutter Laura (Andrea Riseborough) zurückkehrt, um ihr bei der Chemotherapie zur Seite zu stehen, stürzt sie sich als erstes auf den Router. Als überzeugter Stadtmensch versetzt sie die Aussicht, mehrere Wochen oder sogar Monate im ländlichen Virginia ohne gute Verbindung zur Außenwelt festzustecken, regelrecht in Panik. Immerhin funktioniert das WLAN. Ansonsten dauert es nicht lange, bis es zwischen Mutter und Tochter zu knirschen beginnt. Wie man sich nur für Aktienmärkte und anderen neoliberalen Quatsch interessieren könne, wirft ihr Laura vor die Füße. Charlie, die es auf eine der besten Wirtschafts-Universitäten des Landes geschafft hat, fühlt sich missachtet. Außerdem sei es doch total unhygienisch, dass die Hühner im Haus herumlaufen. Die „old girls“ aber sind für die Mutter ihr ein und alles. Mit einer muss sich die Tochter sogar den Namen teilen.

Endlich ein Glas Rotwein

Bio, Finanzwesen und Feminismus sind die Positionen, die in „Funny Birds“ in Verkörperung dreier rothaariger Frauen aus verschiedenen Generationen zur Reibung kommen. Gerade haben Mutter und Tochter einen Umgang miteinander gefunden und sich über den Verlust der Haare angenähert – Charlie schneidet sich aus Solidarität ebenfalls eine Glatze – platzt eine unbekannte ältere Frau ins Haus. Charlie wusste bislang gar nichts von der Existenz ihrer feministischen Großmutter Solange (Catherine Deneuve). Die kommt gerade aus einem viermonatigen Free-Tech-Retreat in Kambodscha und verlangt, wie es sich für eine Klischee-Französin gehört, erst einmal ein Glas Wein; „kalifornische Weine sind so banal“, klagt sie. Die von der Krankheit geschwächte Tochter, als kleines Kind einst von der Mutter verlassen, will sie am liebsten gleich wieder aus dem Haus werfen.

Hanna Ladoul und Marco La Via erzählen in „Funny Birds“ eine tragikomische Geschichte über intergenerationelle Unterschiede und familiäre Annäherung – und das weitgehend am Krankheitsfilm vorbei. Laura ist durch die Therapie zwar ans Bett gebunden, und Charlie sieht sich plötzlich gezwungen, den landwirtschaftlichen Betrieb allein mit Solange aufrechtzuerhalten. Doch die Krankheit ist mehr ein dramaturgisches Mittel, um die drei Frauen zusammenzuführen als das vordergründige Thema des Films. Gespräche über Diagnosen und Behandlungen oder auch über den drohenden Verlust fallen eher durch Abwesenheit auf. Eine prominente Rolle wird dagegen den Hühnern zuteil. Eine grassierende Vogelgrippe und die vom Gesundheitsamt angekündigten Schlachtung aller Tiere zwingen Charlie und Solange zu einem – illegalen – Trick, von dem Laura nichts wissen darf. Dieser wird dann zum Zentrum einiger halblustiger komödiantischer Verwicklungen.

Mehr Lifestyle als Öko

„Funny Birds“, den der deutsche Verleih mit dem etwas dämlichen Untertitel „Das Gelbe vom Ei“ ins Kino bringt, ist ein übersichtlicher, geradezu aufgeräumter Film, ein bisschen sentimental, ein bisschen bittersüß, unbedingt versöhnlich, aber in allem gemäßigt. Die vier Jahreszeiten strukturieren die Erzählung in vier Kapitel; einziger Schauplatz ist die Farm. Auch die Bilder wirken in ihrer perfekten Ausleuchtung aufgeräumt, fast wie frisch poliert. Alles sieht mehr nach gehobenem Country-Lifestyle-Magazin aus als nach Öko. Auch Catherine Deneuve, die das „Savoir Vivre“ verkörpert, Rotwein trinkt und deftige Eintöpfe kocht, wirkt ein wenig prospekthaft, selbst wenn sie sich einen Joint dreht. Der findet dann bald auch als Medizin für Laura Anwendung. So lernt jede von jeder.

Erschienen auf filmdienst.deFunny BirdsVon: Esther Buss (18.8.2025)
Vorsicht Spoiler-Alarm!Diese Filmkritik könnte Hinweise auf wichtige Handlungselemente enthalten.
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