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![Szene %10 aus %JFBB: 999 - The Forgotten Girls](https://static.kinoheld.de/images/film/jfbb-999-the-forgotten-girls-2872-10.v17172146293036.jpg?w=220&h=110&fm=webp&q=90&fit=crop)
Vorstellungen
Leider gibt es keine Kinos.
Filmkritik
Das Kino, dieses Kind des Lichts, flirtet gerne mit der Dunkelheit. Dabei darf man das Finstere nicht mit dem Düsteren verwechseln, das eher eine Geisteshaltung, einen Erzählimpetus beschreibt und längst zum platten Marketingslogan verkommen ist. Der australische Regisseur John Hillcoat hat mit der Adaption von Cormac McCarthys „The Road“ (fd 40 075) einen Film über eine Welt gedreht, die unter einer Aschewolke dahinvegetiert, und mit „Lawless“ (fd 41 535) ein Drama über korrupte Gesetzeshüter nach einem adaptierten Drehbuch von Nick Cave. Seine neueste Arbeit „Triple 9“ ist hingegen eine mit der Vehemenz des Actionkinos aufpolierte Reminiszenz an die derben Cop-Thriller der 1970er-Jahre, als Gestalten wie Harry Callahan und Jimmy „Popeye“ Doyle das Gesetz bogen und brachen, um die Gerechtigkeit oder das, was sie dafür hielten, irgendwie zu retten. Den korrupten Bullen in Atlanta geht es darum schon lange nicht mehr. Sie sind auf die falsche Seite gerutscht, machen gemeinsame Sache mit korrupten Ex-Militärs und der Russenmafia; einer von ihnen ist doppelt erpressbar geworden, weil er mit einer Russin einen Sohn gezeugt hat. Diese biografischen Splitter erschließen sich allerdings erst nach und nach. Zunächst wirft Hillcoat mitten ins Geschehen, in die Dunkelheit. Die Teilzeitgangster besprechen den nächsten Bankraub, es soll der letzte Job werden; raunende Stimmen im Auto, die Gesichter im Schatten, groß und halb angeschnitten. Das rauchig-fistelige Nuscheln von Norman Reedus aus der Fernsehserie „The Walking Dead“ dringt einem ins Ohr, irgendwann steht auf einem Baustellenschild: „Zombies ahead“. Der Humor dieser Erzählung reicht kein bisschen weiter, und auch der Blick aufs große Ganze wird kein bisschen deutlicher. Atlanta leuchtet bestenfalls in fahlen Schlaglichtern auf, hier die Russen, da die Latinos und auf der scheinbar anderen Seite die Cops, ordinär, versoffen, desillusioniert. Die Musik von Atticus Ross flirrt und schrillt industriell und elektronisch. Eine unübersichtliche, brutale, menschenfeindliche Welt. In die Abteilung, in der die Gangster-Cops Dienst schieben, kommt ein Neuling aus einer harmloseren Gegend, die sich nur den Insidern über ihren Code zu erkennen gibt. Es gibt noch einen anderen wichtigen Code: das titelgebende 999, Funkchiffre für einen im Dienst getöteten Kollegen. Weil der letzte Job niemals der letzte sein kann im Genre, wollen die Russen ihre Handlanger auf der Jagd nach wertvollen Daten mitten ins Herz der Homeland Security platzieren, wo das Sicherheitsnetz so dicht ist und die Reaktionszeiten so kurz, dass der Coup nur gelingen kann, wenn die restlichen Polizisten abgelenkt werden durch die denkbar schlimmste Nachricht. Natürlich ist es der Neue, der ins Gras beißen soll. Gestorben wird in diesem Film ohnehin viel; eine hochkarätige Besetzung geht, psychisch, körperlich oder beides, vor die Hunde. Am Überraschendsten ist der Anblick von Kate Winslet mit nach hinten getürmter strohblonder Haartolle und glitzerndem Eis im Blick, die als stellvertretende Kartellchefin gestandene Männer ins Verderben schickt, ohne mit der Wimper zu zucken. Es mag sein, dass der Plot gegen Ende ein wenig zu heftig und zu lange schlingert, um das Verderben möglichst großflächig zu verteilen. So hetzt die Erzählung durch ihre finalen Aufräumarbeiten, wo sie zuvor doch so sicher darin war, im schießenden, saufenden, fluchenden Durchqueren von Milieus jene Mechanismen zu erschließen, die kaputte Cops so kaputt gemacht hat. Für den Blick auf die andere Seite ist diese Kinetik zu hektisch: Im Vorüberrasen werden die Verbrecher zu typisierten Schemen.