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Filmplakat von Patrol - Auf Patrouille durch den Regenwald

Patrol - Auf Patrouille durch den Regenwald

83 min | Dokumentarfilm | FSK 6
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Durch illegale Viehzucht werden große Teile des Regenwaldes in Nicaragua zerstört. Die indigenen Rama und die afro-stämmigen Kriol durchkämmen gemeinsam mit Undercover-Journalist Christopher Jordan das Naturreservat „Indio Maíz“, um nach illegalen Siedlern zu suchen. Doch diese machen keinen Hehl daraus, dass sie kein Interesse haben, die Abholzung zu stoppen, denn die Nachfrage nach nicaraguanischem Rindfleisch ist groß, vor allem in den USA.
Der packende Dokumentarfilm von Camilo de Castro Belli & Brad Allgood begleitet eine Gruppe indigener Ranger auf ihren Patrouillen in einem der letzten unberührten Regenwälder Mittelamerikas, um der Zerstörung des Naturschutzreservates durch illegale Viehzücher entgegentreten.
  • RegieBrad Allgood, Camilo de Castro Belli
  • ProduktionsländerNicaragua
  • Produktionsjahr2025
  • Dauer83 Minuten
  • GenreDokumentarfilm
  • AltersfreigabeFSK 6

Vorstellungen

cine k Oldenburg
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26122 Oldenburg
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Exground Filmfest
Ernst-Göbel-Straße 27
65207 Auringen
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80469 München

Filmkritik

Ganz ruhig, fast ehrfurchtsvoll bewegen sich die Männer durch den Regenwald. In schlichten Booten mit Außenbordmotoren schippern sie den Indian River hinauf in die Grenzregion des Biosphärenreservats Indio Maíz im Südosten von Nicaragua. Dort versuchen sie Viehzüchter aufzuspüren, die ohne Erlaubnis in das Reservat eingedrungen sind, um illegal Bäume zu fällen und Rinderfarmen zu errichten. Als die Ranger auf eine ärmliche Hütte stoßen, treffen sie eine freundliche Frau an, deren Mann im Wald unterwegs ist, vielleicht um das bisschen Vieh, das sie haben, zusammenzutreiben. Die Männer erklären ihr, dass sie kein Recht habe, hier zu sein. Dass ihre Farm gegen das Gesetz verstoße. Aber das weiß sie längst. Sie reagiert auf die Vorwürfe mit einem halb schuldbewussten, halb schelmischen Lächeln: Sie seien arm, brauchten Geld, müssten überleben.

Unterwegs mit den Rangern

Die Ranger ziehen weiter. Sie wissen, dass noch mehr Farmer kommen werden, wenn sie nichts unternehmen, die dann noch mehr Regenwald für ihre Weideflächen roden. Da die Behörden untätig sind, sammeln die Ranger selbst Daten und Fakten und versuchen nachzuweisen, dass die Farmer im Auftrag der nicaraguanischen Fleischindustrie handeln. Begleitet werden sie vom US-amerikanischen Umweltschützer Chris Jordan und einem Filmteam, das ihre Patrouillen dokumentiert: ruhig, gemächlich, fast ehrfurchtsvoll.

Es ist nicht zuletzt diese unaufgeregt beobachtende Haltung, die „Patrol“ zu einem wunderbaren Film macht. Sechs Jahre lang dauerten die Dreharbeiten, von 2016 bis 2022. Seine Präsentation auf Festivals und nun im Kinoverleih geht mit einer Kampagne gegen die illegale Viehzucht und für den Erhalt von Indio Maíz einer, der Heimat der indigenen Rama und der afro-stämmigen Kriol. Die beiden Regisseure Camillo de Castro und Brad Allgood haben mit „El Canto de Bosawas“ (2014) schon früher einen Dokumentarfilm über eine indigene Gemeinschaft in Nicaragua gedreht. Camillo de Castro wurde 2023 die nicaraguanische Staatsbürgerschaft entzogen, wohl auch wegen seiner Unterstützung der indigenen Bevölkerung und ihrer Proteste sowie seines hartnäckigen Kampfes gegen die Fleischindustrie und korrupte Behörden. Aber das alles merkt man dem Film nicht an.

Ohne alarmistisches Pathos

Engagement und Botschaft treten hinter die Bilder des Regenwalds und seiner Menschen zurück, ohne sich zu verstecken. Aus dem Off ordnet Chris Jordan die Geschehnisse ein und erläutert die Hintergründe, die zum Verständnis unerlässlich sind. Auch das geschieht mit ruhiger, besonnener Stimme und ohne moralischem Zeigefinger oder alarmistischem Pathos. Stattdessen bleibt der Film in der Gegenwart und entfaltet die überwältigende Schönheit des grünleuchtenden Regenwalds, der zutraulichen Tukane mit ihren gelben Schnäbeln oder der scheuen Jaguare. Die Kamera ist dabei, wenn die Kinder mit ihren Eltern in den Fluss springen oder wenn der Ranger Armando John seinem kleinen Sohn liebevoll erklärt, was ein Hurrikan ist. Und sie bleibt bei dem weinenden Mann, nachdem ein solcher Hurrikan weite Flächen des Regenwalds zerstört hat.

Ende 2016 verwüstete der Hurrikan Otto große Teile des Indio-Maíz-Gebietes. Das Filmteam geriet selbst mitten ins Unwetter. Die Aufnahmen der kahlen Stämme, die wie ein gigantisches Gerippe in den Himmel ragen, und Armando Johns Tränen sprechen für sich. „Patrol“ lässt sie wirken. Fast beiläufig weist Chris Jordan auf den Klimawandel hin. Der sechsfache Familienvater Margarito sammelt Bananen, um damit die Tukane zu füttern. Wahrscheinlich, sagt er, dauere es hundert Jahre, bis sich der Regenwald wieder vollständig erholt. Aber wenn erst einmal die Viehzüchter kämen, sei er für immer verloren.

Erschienen auf filmdienst.dePatrol - Auf Patrouille durch den RegenwaldVon: Stefan Volk (14.2.2025)
Vorsicht Spoiler-Alarm!Diese Filmkritik könnte Hinweise auf wichtige Handlungselemente enthalten.
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