

- RegieShane Black
- ProduktionsländerChina
- Produktionsjahr2013
- Dauer131 Minuten
- GenreScience FictionActionComicverfilmung
- AltersfreigabeFSK 12
Cast
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Filmkritik
Herausfordernd fragt Captain America in „Marvel’s Avengers“, was Tony Stark denn eigentlich ohne seine „Iron Man“-Rüstung sei. Und wie aus der Pistole geschossen präsentiert ihm Stark seine Selbstbeschreibung: Genie, Billionär, Playboy und Philanthrop. Dass diese durch und durch coole Figur mit einem Ego, das so groß ist wie der nach ihr benannte Stark-Tower, nun plötzlich in „Iron Man 3“ in eine Identitätskrise geraten soll, scheint eine ziemlich gewagte Interpretation. Doch es ist genau das, was Regisseur Shane Black dem Publikum verkaufen will. Und es funktioniert! Anders als Christopher Nolan in „The Dark Knight Rises“ oder Sam Mendes in „Skyfall“ führt Black seinen Helden auf dem Selbstwertgefühl-Kreuzweg aber nicht durch die Genrefelder des Männer-Melos; vielmehr bringt er das Kunststück fertig, das Thema des gebrochenen Helden, der erst wieder aus Ruinen auferstehen und sich selbst neu erfinden muss, stimmig mit den selbstironischen Brechungen und dem Nerd-Humor zu verbinden, die das „Iron Man“-Filmfranchise so sympathisch machen.
Seit den Ereignissen in New York, von denen „Marvel’s Avengers“ erzählte, wird Tony Stark gelegentlich von Panikattacken und Schlafstörungen heimgesucht: Sein Beinahe-Tod im Clinch mit Monstern aus einer anderen Dimension hat Starks Selbstvertrauen einen kräftigen Knacks versetzt. Bald kommt es noch schlimmer: Starks ehemaliges Playboy-Leben meldet sich mit unangenehmen Folgen zurück, als die Genetikerin Maya, ein ehemaliger „One Night Stand“, vor seiner Haustür auftaucht, kurz darauf sein Anwesen zerbombt wird und Stark beinahe ums Leben kommt. Mayas Boss, Kopf des dubiosen Think-Tank „Aim“, arbeitet für den Terroristen Mandarin, der nicht nur Stark, sondern die ganzen USA bedroht. Mit dem Billionärs-Dasein ist es danach erst einmal vorbei.
Während alle Stark für tot halten, strandet dieser in einem Provinzkaff und kann nicht verhindern, dass seine geliebte Pepper von den Schurken entführt wird. Seine philanthropischen Neigungen hören spätestens bei den gen-gepimpten Superkämpfern auf, die das Resultat des von „Aim“ lancierten Extremis-Programms sind und mit denen Stark mehrere ruppige Zusammenstöße hat. Was dem Superhelden im Exil bleibt, ist sein Genie als Tüftler und Erfinder. Auf das besinnt er sich neu, um zum Gegenschlag gegen den Mandarin und „Aim“ auszuholen.
Der Film verbindet Motive aus verschiedenen „Iron Man“- Comics; die Mandarin-Figur gibt es schon seit den 1960er-Jahren, während das Extremis-Thema aus Comics der Jahre 2005/06 stammt. Daraus ergibt sich ein interessantes Amalgam, in dem es um die Natur der „Super Villains“ ebenso geht wie um die Frage, was den Helden eigentlich zum Helden macht. Hintergründig klingt dabei auch eine spielerische Abrechnung mit der Rolle der USA als dominanter Militärmacht an, eine Abrechnung mit der Arroganz der Starken, die sich ihre „Dämonen“, wie es im Film heißt, ihre Feinde also, durch Rücksichtslosigkeit mitunter erst selbst erschaffen. All das verpackt „Iron Man 3“ in ein wahres Feuerwerk an Action, an irrwitzigen Details sowie an pointierten Kommentaren und Dialogen. Da werden Witze darüber gerissen, ob es wirklich eine Verbesserung war, den für die Regierung arbeitenden, von Stark mit einer „Iron Man“-Rüstung ausgestatteten Colonel James Rhodes von „War Machine“ in „Iron Patriot“ umzubenennen; Jon Favreau darf sich als Peppers Bodyguard Happy nach einer Verletzung im Krankenhaus einem „Downton Abbey“-Marathon hingeben, und ein kleiner Junge lernt, dass es bei Tony Stark nichts hilft, das Kindchenschema auszuspielen. Selbstredend sollte man auch wieder die Abspanntitel bis zum Ende abwarten.
Was bei Stark auch ohne „Iron Man“-Rüstung jederzeit schlagkräftig bleibt, ist sein Mundwerk. Robert Downey jr. und Shane Black (die schon bei „Kiss Kiss Bang Bang“ ein gutes Team waren) verpassen keine Gelegenheit, um die „State of the Art“-Hightech-Prügeleien in 3D mit absurdem Humor zu garnieren und dafür zu sorgen, dass die großartigen technischen Gimmicks, die Stark zusammenbastelt, ihrem Herrn und Meister nicht die Schau stehlen. Der einzige, der da noch eins draufsetzen kann, ist Ben Kingsley als Mandarin. Flankiert von einem stark besetzten Ensemble, sorgen Downey jr., Kingsley und der Rest des Teams für ein Filmvergnügen, dass sich hinter der Gruppenarbeit der „Avengers“ nicht verstecken muss.